Sedimente und Strukturen sind im buchstäblichen sowohl als auch im übertragenen Sinne  Kernbegriffe meiner aktuellen Arbeit. Mit experimentell geometrischen Formen, Holzkonstruktionen, Gipsgüssen und dem Übereinanderschichten verschiedener Materialien befasste ich mich während meines kürzlichen Stipendiums der Bösenberg-Stiftung im Künstlerhaus in Meinersen.

In jener Zeit vernahm ich die Auswirkungen der aktuellen Pandemie kaum. Das zu einem produktiven Vorteil, da ich umso konzentrierter meine Formensprache entwickeln konnte, wenn ich etwa auf Leinwänden aus Erdpigmenten bestehende, kalk- und schieferhaltige Schichten auftrug, von denen ich gewisse Bereiche mit Spachtel, Schleifpapier, Stechbeitel und Lösemitteln wiederum gezielt entfernte, um bei dieser subtraktiven Arbeitsweise (Sgrafitto) ein Gesicht einer nicht daseienden Person freizulegen. Überdies kann es sich vielleicht um einen uns einmal nahe gestandenen Menschen handeln, an den wir uns bloß verworren erinnern, dessen ferne Erinnerungsspur uns jedoch nach wie vor be-rührt.

Mit meiner kürzlichen Rückkehr nach Berlin werden hingegen Corona und die hiermit verbundenen Einschränkungen konkreter für mich. Wenn die weltumspannende Situation mit diesem Virus Bestandteil – ein Sediment meiner Arbeit bilden sollte, dann unter dem Hinblick, was diese gegenwärtige Situation mit und aus uns macht, oder was sie an latenten gesellschaftlichen Strukturen sichtbar-er macht.

Werke von David Berkel